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Nur eine Maschine ist transparent
Der Philosoph Byung-Chul Han über die Gewalt der Transparenz, den Segen des Geheimnisses - und Peter Schlemihl, der seinen Schatten an den Teufel verkaufte.
brand eins: Herr Han, kaum ein Schlagwort bestimmt so sehr den öffentlichen Diskurs wie das der Transparenz. Woran liegt das?
Byung-Chul Han: Derzeit ist offenbar ein Prozess im Gange, der sich zwar in den Begriff Transparenz kleidet, aber in Wirklichkeit weit darüber hinausführt. Was meinen Sie damit? Ich höre etwas Gewaltsames aus diesem Wort heraus. Als würde man gnadenlos durch- und ausgeleuchtet, hätte keinen Rückzugsraum. So gesehen könnten wir von der Gewalt der Transparenz sprechen. Der Begriff setzt sich aus den lateinischen Wörtern trans und parere zusammen. Parere bedeutet ursprünglich: auf jemandes Befehl erscheinen, sichtbar sein. Das Wort parieren bedeutet auch: ohne Widerspruch gehorchen. Im Moment scheint die Transparenz tatsächlich diesen Zwangscharakter angenommen zu haben. Sie erscheint mir wie ein Instrument der Kontrolle und Überwachung.
(Source: brandeins.de)